Die Hüfte schmerzt beim Gehen, die ersten Schritte am Morgen sind zäh, und Socken anziehen klappt nicht mehr so leicht wie früher. Viele denken dann sofort an Arthrose. Wenn du nach „Symptome Hüftarthrose“ suchst, findest du oft lange Listen und düstere Prognosen. Dieser Artikel ist anders: Du erfährst, welche 5 Anzeichen typisch sind, wie Ärztinnen und Ärzte eine Hüftarthrose feststellen, welche Warnzeichen eine zeitnahe Abklärung brauchen und was du selbst beobachten kannst.
Vorweg das Wichtigste: Eine Hüftarthrose ist häufig, sie entwickelt sich meist langsam, und mit der Diagnose beginnt kein Countdown bis zur Operation.
Hüftarthrose in zwei Minuten erklärt

Bei einer Hüftarthrose, medizinisch Coxarthrose, verändert sich das Hüftgelenk über Jahre. Betroffen sind nicht nur der Knorpel, sondern auch der Knochen darunter, die Gelenkkapsel und die umgebende Muskulatur. Für dich zählt vor allem, was du davon spürst: Schmerz bei Belastung, Steifigkeit und weniger Beweglichkeit.
Warum eine Arthrose entsteht und welche Behandlungen es gibt, liest du ausführlich im Artikel Diagnose Arthrose: Ursachen, Symptome und Lösungen. Hier geht es um eine andere Frage: Woran erkennst du, dass deine Beschwerden zu einer Hüftarthrose passen könnten, und wann solltest du sie ärztlich abklären lassen?
Symptome Hüftarthrose: 5 typische Anzeichen
Kein einzelnes Anzeichen beweist eine Hüftarthrose. Aussagekräftig ist das Muster, also wie mehrere Hinweise zusammenpassen. Die folgenden fünf Anzeichen kommen besonders häufig vor.
1. Schmerz in der Leiste und oft auch an der Hüftaußenseite
Der klassische Arthroseschmerz sitzt tief in der Leiste. Viele Betroffene spüren ihn aber auch an anderen Stellen. Poulsen, Overgaard, Vestergaard, Christensen und Hartvigsen (2016) ließen 108 Menschen mit Hüftarthrose aus der Hausarztversorgung einzeichnen, wo es wehtut. Das Ergebnis überrascht viele:
- 77 % hatten Schmerzen an der Hüftaußenseite, im Bereich des großen Rollhügels.
- 53 % hatten Schmerzen in der Leiste.
- 42 % spürten den Schmerz vorne oder seitlich am Oberschenkel, 38 % im Gesäß.
- 17 % hatten auch Schmerzen am Knie. Niemand hatte Schmerzen nur am Knie oder nur am Unterschenkel.
Was heißt das für dich? Seitlicher Hüftschmerz schließt eine Arthrose nicht aus. Er kann aber auch von den Gesäßsehnen kommen. Mehr dazu liest du weiter unten bei der Abgrenzung. Und: Knieschmerz kann bei einer Hüftarthrose mit auftreten. Deshalb lohnt es sich, bei Knieschmerzen ohne klare Ursache auch die Hüfte untersuchen zu lassen.
2. Anlaufschmerz nach dem Sitzen
Du stehst nach einer Weile Sitzen auf, und die ersten Schritte fühlen sich steif und schmerzhaft an. Nach einigen Minuten „läuft sich die Hüfte ein“ und es wird besser. Diesen Anlaufschmerz beschreiben viele Menschen mit Hüftarthrose. Nach längeren Strecken, viel Stehen oder Gartenarbeit kann der Schmerz dann wieder zunehmen.
3. Morgensteifigkeit, die schnell nachlässt
Auch morgens ist die Hüfte bei vielen zunächst steif. Typisch für eine Arthrose ist, dass diese Steifigkeit nach kurzer Zeit nachlässt. Die britische Leitlinie nennt höchstens 30 Minuten (National Institute for Health and Care Excellence [NICE], 2022). Die Klassifikationskriterien des American College of Rheumatology setzen die Grenze bei 60 Minuten (Altman et al., 1991).
Warum ist das wichtig? Eine Morgensteifigkeit, die deutlich länger als eine Stunde anhält, passt eher zu einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Das solltest du ärztlich abklären lassen.
4. Weniger Beweglichkeit, vor allem beim Eindrehen des Beins
Bei einer Hüftarthrose nimmt die Beweglichkeit oft in bestimmten Richtungen ab. Typisch ist eine eingeschränkte Innenrotation, also weniger Spielraum beim Eindrehen des Oberschenkels. In den Kriterien von Altman et al. (1991) gehören eine eingeschränkte Innenrotation und Schmerz beim Eindrehen zu den wichtigsten Untersuchungsbefunden. Oft ist auch die Beugung eingeschränkt.
Diese Tests gehören in eine fachkundige Untersuchung. Im Alltag bemerkst du die Einschränkung eher indirekt, wie im nächsten Punkt beschrieben.
5. Socken, Schuhe, Auto: Alltag wird mühsamer
Viele merken die Hüftarthrose zuerst an ganz alltäglichen Bewegungen:
- Socken und Schuhe anziehen oder Zehennägel schneiden fällt schwerer.
- Das Ein- und Aussteigen ins Auto kostet mehr Mühe.
- Aus niedrigen Sesseln kommst du schwerer hoch.
- Beim Treppensteigen nimmst du öfter den Handlauf.
Gerade das Anziehen von Schuhen und Socken hilft bei der Einordnung. In einer Vergleichsstudie hatten Menschen mit seitlichem Hüftschmerz durch die Gesäßsehnen damit seltener Probleme als Menschen mit Hüftarthrose (Fearon et al., 2013).
Symptome Hüftarthrose: Beschwerden kommen in Wellen
Die Beschwerden sind selten jeden Tag gleich. Es gibt gute Wochen und schlechtere Phasen. Eine schlechte Phase bedeutet nicht automatisch, dass die Arthrose schneller fortschreitet. Oft steckt dahinter eine ungewohnte Belastung, zum Beispiel eine lange Wanderung, ein Umzug oder mehrere Tage viel Sitzen. Auch schlechter Schlaf und Sorgen können beeinflussen, wie stark du Schmerz wahrnimmst.
Wie Ärztinnen und Ärzte eine Hüftarthrose feststellen
Die Diagnose ist oft ohne Röntgen möglich
Viele gehen davon aus, dass eine Arthrose nur im Röntgenbild sicher zu erkennen ist. Die britische Leitlinie sieht das anders. Laut NICE (2022) lässt sich eine Arthrose klinisch feststellen, also über Gespräch und Untersuchung, wenn drei Punkte zusammenkommen:
- Du bist 45 Jahre oder älter.
- Du hast belastungsabhängige Gelenkschmerzen.
- Du hast keine Morgensteifigkeit oder sie dauert höchstens 30 Minuten.
Ein Röntgenbild oder MRT empfiehlt die Leitlinie nicht routinemäßig. Sinnvoll ist Bildgebung vor allem dann, wenn das Beschwerdebild untypisch ist oder etwas auf eine andere Ursache hindeutet (NICE, 2022). Das ist keine Sparmaßnahme. Ein typisches Beschwerdebild sagt oft mehr als ein Bild.
Röntgenbild und Schmerz hängen nur lose zusammen
Was wurde untersucht? Kim et al. (2015) haben in zwei großen US-Studien mit zusammen über 5.000 Teilnehmenden verglichen, wie gut Hüftschmerz und Röntgenbefund zusammenpassen.
Was kam heraus? Von den Hüften, die häufig schmerzten, zeigten im Röntgen nur etwa 16 % beziehungsweise 9 % eindeutige Arthrosezeichen. Umgekehrt schmerzten nur rund 21 % beziehungsweise 24 % der Hüften, bei denen das Röntgenbild eine Arthrose zeigte, häufig. Auch der Leistenschmerz allein erkannte eine Röntgen-Arthrose nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen.
Was heißt das für dich? Ein Befund wie „deutliche Arthrose“ auf dem Röntgenbild sagt wenig darüber, wie stark deine Beschwerden sind oder sein werden. Und ein unauffälliges Bild heißt nicht, dass du dir deine Schmerzen einbildest. Entscheidend sind deine Beschwerden, deine Beweglichkeit und wie gut du im Alltag zurechtkommst.
Abgrenzung: Was sonst hinter Hüftschmerzen stecken kann
Nicht jeder Hüftschmerz ist eine Arthrose. Diese Ursachen kommen ebenfalls häufig vor, allein oder neben einer Arthrose:
- Gesäßsehnen (GTPS): Schmerz an der Hüftaußenseite, Druckschmerz am Knochenvorsprung, Liegen auf der Seite tut weh, Socken anziehen geht meist gut. Mehr dazu im Artikel zu seitlichen Hüftschmerzen und zur Glutealtendinopathie.
- Lendenwirbelsäule: Schmerz, der vom Rücken ins Gesäß oder Bein zieht, oft bis unter das Knie, manchmal mit Kribbeln oder Taubheit.
- Hüftimpingement oder Labrum: eher bei Jüngeren und Sportlichen, Leistenschmerz bei tiefer Beugung und Drehung. Mehr dazu im Artikel zum Hüftimpingement.
- Adduktoren: Schmerz an der Innenseite der Leiste, oft nach Sport oder ungewohnter Belastung. Mehr dazu im Artikel zu Leistenschmerzen durch die Adduktoren.
- Seltenere Ursachen: entzündlich-rheumatische Erkrankungen, eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfs (Hüftkopfnekrose), ein Ermüdungsbruch oder eine Infektion. Sie sind selten, gehören aber in ärztliche Hände.
Wie du siehst, überschneiden sich viele Anzeichen. Genau deshalb ist ein ausführliches Gespräch mit Untersuchung so wertvoll. Wer nur auf einzelne Symptome schaut, liegt leicht daneben.
Wann zum Arzt? Warnzeichen und sinnvolle Anlässe
Die meisten Hüftschmerzen sind nicht gefährlich. Trotzdem gibt es Situationen, in denen du nicht abwarten solltest. Es hilft, zwei Stufen zu unterscheiden.
Zeitnah abklären: Warnzeichen
Lass deine Beschwerden zeitnah ärztlich abklären, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Die Schmerzen begannen nach einem Sturz oder Unfall, oder du kannst das Bein danach kaum belasten. Das gilt besonders bei bekannter Osteoporose.
- Du hast Fieber oder fühlst dich allgemein krank, oder die Hüfte ist deutlich geschwollen, überwärmt oder gerötet.
- Du hast starke Schmerzen in der Nacht, unabhängig davon, wie du liegst.
- Du verlierst ungewollt Gewicht oder hast eine bekannte Tumorerkrankung.
- Du bemerkst Taubheit im Gesäß- oder Genitalbereich oder Probleme mit Blase oder Darm.
- Die Kraft in deinem Bein nimmt zunehmend ab.
Bei Taubheit im Genitalbereich oder plötzlichen Problemen mit Blase oder Darm wartest du nicht auf einen regulären Termin, sondern suchst sofort ärztliche Hilfe.
In den nächsten Wochen abklären: sinnvolle Anlässe
Ohne Warnzeichen musst du nicht in Eile handeln. Ein Termin in der hausärztlichen oder orthopädischen Praxis ist trotzdem sinnvoll, wenn:
- die Beschwerden über mehrere Wochen anhalten, obwohl du deine Belastung angepasst hast,
- sie deinen Schlaf, deine Wege oder deine Hobbys deutlich einschränken,
- du hinkst oder dich beim Gehen unsicher fühlst,
- die Morgensteifigkeit deutlich länger als eine Stunde dauert,
- du unsicher bist, was hinter deinen Beschwerden steckt, und dich das beschäftigt.
Der letzte Punkt ist kein Luxus. Unsicherheit und Sorge können Schmerz verstärken und dazu führen, dass du Bewegung meidest. Eine klare Einordnung nimmt oft viel Druck heraus.
So bereitest du den Termin vor
Arzttermine sind oft kurz. Mit ein paar Notizen nutzt du die Zeit besser. Schreib dir vorher auf:
- Wo genau tut es weh? Leiste, Außenseite, Gesäß, Oberschenkel, Knie?
- Seit wann, und wie hat es sich verändert?
- Wie lange dauert die Steifigkeit am Morgen?
- Welche Tätigkeiten fallen schwer, und was hilft?
- Wie stark ist der Schmerz an einem typischen Tag, auf einer Skala von 0 bis 10?
- Was möchtest du wieder können? Zum Beispiel eine Stunde spazieren gehen oder mit den Enkeln auf dem Boden spielen.
Was du selbst beobachten kannst: Schmerzampel und 24-Stunden-Regel

Beobachten heißt nicht, sich selbst zu diagnostizieren. Es heißt, Muster zu erkennen: Welche Belastung verträgt deine Hüfte gerade gut, und wann war es zu viel? Diese Informationen helfen dir im Alltag und im Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Zwei einfache Werkzeuge haben sich dafür bewährt.
Die Schmerzampel
Bewerte deinen Schmerz während und direkt nach einer Aktivität auf einer Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz):
- Grün (0 bis 3 von 10): Die Belastung passt. Du kannst weitermachen und langsam steigern.
- Gelb (4 bis 5 von 10): noch vertretbar. Halte die Belastung, steigere nicht weiter und achte auf den nächsten Tag.
- Rot (über 5 von 10 oder deutlich stärker am nächsten Tag): Das war zu viel. Wähle beim nächsten Mal eine kürzere Strecke, ein ruhigeres Tempo oder mehr Pausen.
Die 24-Stunden-Regel
Der wichtigste Blick kommt am nächsten Morgen: Wie geht es deiner Hüfte 24 Stunden nach der Belastung? Ist sie auf dem Niveau von vorher, war die Dosis in Ordnung. Ist sie deutlich schlechter, reduzierst du beim nächsten Mal etwas.
Ein ähnliches Schmerz-Monitoring-Modell wurde in der Forschung zur Achillessehne untersucht. Dort waren Schmerzen bis 5 von 10 erlaubt, solange sie bis zum nächsten Morgen abgeklungen waren (Silbernagel, Thomée, Eriksson & Karlsson, 2007). Für die Hüftarthrose ist das eine Übertragung, keine direkte Studie. Die Grenzen sind deshalb eine Orientierung, keine starren Regeln.
Praktisch: Notiere eine oder zwei Wochen lang kurz, was du gemacht hast und wie die Ampel am selben und am nächsten Tag aussah. So siehst du, ob deine Beschwerden mit bestimmten Belastungen zusammenhängen, und hast gleich gute Notizen für den Arzttermin.
Denkfehler: „Arthrose heißt bald Prothese“
Viele hören das Wort Arthrose und denken sofort an ein künstliches Hüftgelenk. Die Daten zeigen ein anderes Bild.
Was wurde untersucht? Burn, Murray, Hawker, Pinedo-Villanueva und Prieto-Alhambra (2019) haben Gesundheitsdaten aus Katalonien in Spanien ausgewertet. Sie verfolgten über 15.000 Menschen, bei denen in der Hausarztpraxis eine Hüftarthrose festgestellt worden war.
Was kam heraus? Das geschätzte Risiko, im weiteren Leben eine Hüftprothese zu bekommen, lag im Mittel bei 14 %. Wer bei der Diagnose jünger war, hatte ein höheres Risiko. Das Forschungsteam schließt daraus, dass ein Gelenkersatz nach der Diagnose Arthrose nicht unausweichlich ist.
Was heißt das für dich? Die meisten Menschen mit Hüftarthrose kommen ohne Operation aus. Für manche ist eine Hüftprothese ein guter Schritt, wenn Schmerzen und Einschränkungen trotz Behandlung groß bleiben. Diese Entscheidung soll laut Leitlinie auf deinen Beschwerden und einer ärztlichen Untersuchung beruhen, nicht auf einem Punktwert, deinem Alter oder deinem Gewicht allein (NICE, 2022). Wie es nach einer Operation weitergeht, liest du im Artikel zur Hüft-TEP.
Weitere Denkfehler rund um die Hüftarthrose
- „Mein Röntgenbild sieht schlimm aus, also wird es immer schlimmer.“ Röntgenbefund und Schmerz hängen nur lose zusammen (Kim et al., 2015). Viele Verläufe bleiben über lange Zeit stabil.
- „Wenn es beim Gehen wehtut, mache ich etwas kaputt.“ Schmerz zeigt, dass die Hüfte gerade empfindlich ist. Er ist kein Maß für einen Schaden. Mit der Schmerzampel findest du eine passende Dosis.
- „Ich muss die Hüfte schonen.“ Dauerhafte Schonung macht Muskeln schwächer und das Gelenk steifer. Die Leitlinie empfiehlt allen Menschen mit Arthrose ein angepasstes Training (NICE, 2022).
- „Mit 60 lohnt sich Training nicht mehr.“ Muskeln passen sich in jedem Alter an Belastung an. Entscheidend ist ein Einstieg, der zu deinem Ausgangspunkt passt.
Was bei Hüftarthrose hilft: ein kurzer Überblick
Die Leitlinie nennt drei Kernbausteine: Training, das auf dich abgestimmt ist, bei Bedarf Gewichtsmanagement sowie verständliche Information und Unterstützung (NICE, 2022). Training heißt dabei zum Beispiel gezielte Kräftigung der Hüft- und Beinmuskulatur und Ausdauer wie Gehen oder Radfahren.
Training baut keinen Knorpel auf. Es kann aber helfen, Schmerzen zu verringern und die Hüfte im Alltag belastbarer zu machen. Wie stark der Effekt ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Einen ausführlichen Überblick über alle Behandlungsoptionen findest du im Artikel zur Hüftarthrose. Wie du Training trotz Schmerzen sinnvoll aufbaust, erklärt die Serie Training mit Hüftschmerzen. Warum Bewegung meist sinnvoller ist als Schonung, liest du im Artikel Bewegung und Schonung bei Hüftschmerzen.
Nächster Schritt
Typische Symptome einer Hüftarthrose sind Schmerz in der Leiste oder an der Hüftaußenseite, Anlaufschmerz, kurze Morgensteifigkeit, weniger Beweglichkeit und Mühe bei Socken und Schuhen. Eine Diagnose ist oft ohne Röntgen möglich, und ein Röntgenbefund sagt wenig über deinen Schmerz. Warnzeichen gehören zeitnah in ärztliche Hände. Für alles andere bleibt Zeit, deine Beschwerden in Ruhe einzuordnen.
Der kostenlose Symptom-Check hilft dir, deine Beschwerden einzuordnen. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung, gibt dir aber eine Orientierung und eine gute Grundlage für das Gespräch in der Praxis.
Symptome Hüftarthrose: häufige Fragen
Wie fühlt sich eine beginnende Hüftarthrose an?
Häufig mit einem tiefen Schmerz in der Leiste oder an der Hüftaußenseite bei Belastung, Anlaufschmerz nach dem Sitzen und einer kurzen Steifigkeit am Morgen. Manche merken zuerst, dass Socken anziehen oder das Einsteigen ins Auto schwerer fällt. Die Beschwerden kommen oft in Wellen.
Kann Hüftarthrose auch seitlich oder im Knie wehtun?
Ja. In einer Studie mit 108 Betroffenen hatten 77 % Schmerzen an der Hüftaußenseite und 17 % auch am Knie (Poulsen et al., 2016). Seitlicher Hüftschmerz kann aber auch von den Gesäßsehnen kommen. Eine Untersuchung hilft bei der Einordnung.
Braucht man für die Diagnose Hüftarthrose ein Röntgenbild?
Nicht immer. Laut britischer Leitlinie lässt sich eine Arthrose ab 45 Jahren bei belastungsabhängigem Schmerz und höchstens 30 Minuten Morgensteifigkeit klinisch feststellen (NICE, 2022). Bildgebung ist vor allem bei untypischen Beschwerden sinnvoll.
Wann sollte ich mit Hüftschmerzen sofort zum Arzt?
Bei Warnzeichen wie Sturz, Fieber oder Krankheitsgefühl, starkem Nachtschmerz unabhängig von der Lage, ungewolltem Gewichtsverlust, Taubheit im Gesäß- oder Genitalbereich, Blasen- oder Darmproblemen oder zunehmender Kraftlosigkeit im Bein. Bei Taubheit im Genitalbereich oder Blasen- und Darmproblemen sofort.
Muss ich mit Hüftarthrose irgendwann operiert werden?
Nicht zwangsläufig. In einer großen Studie lag das geschätzte Lebenszeitrisiko für eine Hüftprothese nach der Diagnose im Mittel bei 14 % (Burn et al., 2019). Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt von deinen Beschwerden und deinem Alltag ab, nicht vom Röntgenbild allein.
Literaturverzeichnis
Altman, R., Alarcón, G., Appelrouth, D., Bloch, D., Borenstein, D., Brandt, K. et al. (1991). The American College of Rheumatology criteria for the classification and reporting of osteoarthritis of the hip. Arthritis & Rheumatism, 34 (5), 505–514.
Burn, E., Murray, D. W., Hawker, G. A., Pinedo-Villanueva, R. & Prieto-Alhambra, D. (2019). Lifetime risk of knee and hip replacement following a GP diagnosis of osteoarthritis: a real-world cohort study. Osteoarthritis and Cartilage, 27 (11), 1627–1635.
Fearon, A. M., Scarvell, J. M., Neeman, T., Cook, J. L., Cormick, W. & Smith, P. N. (2013). Greater trochanteric pain syndrome: defining the clinical syndrome. British Journal of Sports Medicine, 47 (10), 649–653.
Kim, C., Nevitt, M. C., Niu, J., Clancy, M. M., Lane, N. E., Link, T. M. et al. (2015). Association of hip pain with radiographic evidence of hip osteoarthritis: diagnostic test study. BMJ, 351, Artikel h5983.
National Institute for Health and Care Excellence. (2022). Osteoarthritis in over 16s: diagnosis and management (NICE guideline NG226). Zugriff am 30.09.2026. Verfügbar unter https://www.nice.org.uk/guidance/ng226
Poulsen, E., Overgaard, S., Vestergaard, J. T., Christensen, H. W. & Hartvigsen, J. (2016). Pain distribution in primary care patients with hip osteoarthritis. Family Practice, 33 (6), 601–606.
Silbernagel, K. G., Thomée, R., Eriksson, B. I. & Karlsson, J. (2007). Continued sports activity, using a pain-monitoring model, during rehabilitation in patients with Achilles tendinopathy: a randomized controlled study. The American Journal of Sports Medicine, 35 (6), 897–906.