Hüftarthrose: Ursachen, Einordnung und Behandlung im Überblick

24. Mai 2024
Darstellung eines Hüftgelenks mit fortgeschrittener Arthrose und entzündetem Knorpelabbau

Inhaltsverzeichnis

Die Diagnose Hüftarthrose verunsichert viele Menschen. Oft bleibt nach dem Arzttermin vor allem ein Bild im Kopf: ein Gelenk, das sich Stück für Stück abnutzt. In diesem Leitfaden erfährst du, was bei einer Hüftarthrose im Gelenk tatsächlich passiert, welche Ursachen und Risikofaktoren bekannt sind, warum Röntgenbild und Schmerz oft nicht zusammenpassen und was Studien zu Training, Gewicht, Schmerzmitteln und Operation zeigen.

Was ist eine Hüftarthrose?

Arztbericht mit der Diagnose Osteoarthritis als Symbolbild für die Diagnose Hüftarthrose

Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen. Im Englischen heißt sie Osteoarthritis, deshalb begegnet dir dieser Begriff in Studien und Befunden. Betrifft sie das Hüftgelenk, sprechen Fachleute von Hüftarthrose oder Coxarthrose.

Bei einer Arthrose verändert sich nicht nur der Knorpel. Das ganze Gelenk ist beteiligt: der Knochen unter dem Knorpel, die Gelenkinnenhaut, die Gelenkkapsel und die Muskulatur rund um die Hüfte. Im Gelenk laufen dabei ständig Abbau- und Umbauprozesse. Mit der Zeit kann der Gelenkspalt schmaler werden, und am Knochenrand bilden sich kleine Anbauten, sogenannte Osteophyten.

Diese Veränderungen entwickeln sich meist über Jahre. Sie verlaufen nicht bei allen gleich und nicht immer gleichmäßig. Viele Menschen haben längere Phasen, in denen die Beschwerden stabil bleiben oder weniger werden.

Warum „Abnutzung“ als Erklärung zu kurz greift

Das Bild vom abgenutzten Gelenk ist weit verbreitet. Es legt nahe, dass jede Bewegung das Gelenk weiter aufbraucht und Schonung es erhält. Beides trifft so nicht zu. Knorpel und Knochen reagieren auf Belastung, und ein Gelenk braucht Bewegung, um versorgt zu werden.

Außerdem erklärt der Zustand des Gelenks allein nicht, wie stark es schmerzt. Wie du gleich siehst, hängen Röntgenbefund und Schmerz nur lose zusammen. Für deinen Alltag ist deshalb eine andere Frage hilfreicher: Wie viel Belastung verträgt deine Hüfte gerade, und wie kannst du diese Belastbarkeit schrittweise erweitern?

Ursachen und Risikofaktoren der Hüftarthrose

Eine einzelne Ursache für eine Hüftarthrose gibt es meist nicht. Fachleute gehen von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus. Vina und Kwoh (2018) unterscheiden dabei Faktoren, die die Person betreffen, und Faktoren, die das einzelne Gelenk betreffen.

  • Person: höheres Alter, Geschlecht, erbliche Veranlagung und Übergewicht.
  • Gelenk: die Form von Hüftpfanne und Hüftkopf, frühere Verletzungen des Gelenks und die Kraft der umgebenden Muskulatur.

Zur Gelenkform gehören zum Beispiel eine flache Hüftpfanne, also eine Hüftdysplasie, oder eine Form, bei der Hüftkopf und Pfannenrand bei tiefer Beugung aneinanderstoßen, das Hüftimpingement. Solche Formen erhöhen das Risiko. Sie bedeuten aber nicht, dass sich zwangsläufig eine Hüftarthrose entwickelt.

Welche Rolle spielt das Körpergewicht bei Hüftarthrose?

Jiang et al. (2011) haben 14 Studien zusammengefasst. Pro fünf Punkte mehr beim Body-Mass-Index (BMI) lag das Risiko für eine Hüftarthrose im Mittel um etwa 11 % höher. Das ist ein messbarer, aber eher moderater Zusammenhang.

Was heißt das für dich? Das Gewicht ist ein Faktor unter mehreren und keine alleinige Erklärung. Viele schlanke Menschen entwickeln eine Hüftarthrose, viele Menschen mit Übergewicht nicht. Wie Gewicht in der Behandlung eingeordnet wird, liest du weiter unten.

Ältere Menschen beim Wandern als Beispiel für körperliche Aktivität trotz Arthrose

Hüftarthrose einordnen: Röntgenbild und Schmerz

Viele Menschen gehen davon aus, dass ein deutlicher Röntgenbefund auch starke Schmerzen bedeutet. Eine große Studie im BMJ zeigt, dass es so einfach nicht ist.

Was die Studie von Kim et al. zeigt

Was wurde untersucht? Kim et al. (2015) haben Daten aus zwei großen US-Kohorten mit zusammen mehr als 5.000 Menschen ausgewertet. Sie verglichen, wie oft häufiger Hüftschmerz und Arthrosezeichen im Röntgenbild zusammen auftreten.

Was kam heraus? Von den Hüften, die häufig schmerzten, zeigten nur etwa 9 bis 16 % eindeutige Arthrosezeichen im Röntgenbild. Umgekehrt schmerzten nur rund 21 bis 24 % der Hüften mit Arthrosezeichen im Röntgen häufig.

Was heißt das für dich? Ein Röntgenbefund ist häufig, und allein nicht aussagekräftig. Er sagt wenig darüber, wie viel Schmerz du hast oder wie belastbar deine Hüfte ist. Umgekehrt kann eine Hüftarthrose Beschwerden machen, obwohl das Röntgenbild noch unauffällig wirkt. Die Autoren betonen deshalb, dass das Röntgenbild die Einordnung der Beschwerden nicht ersetzen sollte.

Wie Fachleute eine Hüftarthrose feststellen

Therapeut prüft in Rückenlage die Beweglichkeit der Hüfte bei Verdacht auf Hüftarthrose

Die britische Leitlinie des National Institute for Health and Care Excellence [NICE] (2022) empfiehlt, Arthrose klinisch festzustellen, also über Gespräch und Untersuchung. Typisch sind ein Alter ab 45 Jahren, Gelenkschmerz bei Belastung und keine oder nur kurze Morgensteifigkeit von höchstens 30 Minuten.

Bildgebung soll laut NICE (2022) nicht routinemäßig eingesetzt werden. Sinnvoll ist sie, wenn die Beschwerden untypisch sind oder etwas anderes dahinterstecken könnte. In der Praxis wird trotzdem oft geröntgt. Umso wichtiger ist es, den Befund richtig einzuordnen.

Typische Beschwerden kurz eingeordnet

Häufig beschreiben Betroffene Schmerzen in der Leiste, teils ausstrahlend in den Oberschenkel, einen Anlaufschmerz nach längerem Sitzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit, etwa beim Anziehen von Socken und Schuhen. Diese Hinweise sind nicht eindeutig. Auch andere Ursachen können ähnliche Beschwerden machen, zum Beispiel seitliche Hüftschmerzen bei GTPS, ein Hüftimpingement oder Beschwerden, die vom Rücken ausgehen.

Warnzeichen: Wann du ärztlich abklären lassen solltest

Lass deine Beschwerden zeitnah ärztlich abklären, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Die Schmerzen begannen nach einem Sturz oder Unfall.
  • Du hast Fieber oder fühlst dich allgemein krank.
  • Du hast starke Schmerzen in der Nacht, unabhängig von deiner Liegeposition.
  • Du verlierst ungewollt Gewicht oder hast eine bekannte Tumorerkrankung.
  • Du bemerkst Taubheit im Gesäß- oder Genitalbereich oder Probleme mit Blase oder Darm.
  • Die Kraft in deinem Bein nimmt zunehmend ab.

Behandlung der Hüftarthrose: Was Leitlinien empfehlen

Die großen Leitlinien sind sich in einem Punkt einig: An erster Stelle stehen Aufklärung und Training. Die Leitlinie der Osteoarthritis Research Society International (OARSI) nennt für die Hüftarthrose zwei Kernbausteine: Aufklärung über die Erkrankung und ein strukturiertes Bewegungsprogramm mit Kraft-, Ausdauer- oder Gleichgewichtstraining (Bannuru et al., 2019).

NICE (2022) empfiehlt ein Training, das auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist, zum Beispiel Kräftigung der Muskulatur rund um das Gelenk und allgemeines Ausdauertraining. Betreute Einheiten und die Kombination mit Aufklärung als strukturiertes Programm können sinnvoll sein. Bei Übergewicht kommt Gewichtsmanagement dazu.

Training bei Hüftarthrose: Was Studien zeigen

Was wurde untersucht? Ein aktueller Cochrane-Review hat 18 Studien mit insgesamt 1.368 Menschen mit Hüftarthrose zusammengefasst (Hall et al., 2026). Verglichen wurde Training mit keiner Behandlung, der üblichen Versorgung, einer Scheinbehandlung oder einer anderen Behandlung ohne zusätzliches Training.

Was kam heraus? Im Vergleich zu keiner Behandlung oder der üblichen Versorgung sank der Schmerz im Mittel um etwa 7 bis 8 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Als für Betroffene spürbar gilt häufig ein Unterschied von etwa 12 Punkten. Die Funktion im Alltag verbesserte sich in ähnlicher Größenordnung, die Lebensqualität kaum. Viele der Studien waren klein und nicht verblindet.

Was heißt das für dich? Der durchschnittliche Effekt von Training auf den Schmerz bei Hüftarthrose ist eher klein. Ein Durchschnitt sagt aber wenig über den Einzelfall. Manche Menschen profitieren deutlich, andere kaum. Die Autor:innen sehen Training weiterhin als erste Behandlung und fordern bessere Studien dazu, welche Form für wen am besten passt (Hall et al., 2026).

Was Training kann und was nicht

Ehrliche Erwartungen helfen dir, dranzubleiben. Die Studien zu Training messen vor allem Schmerz und Funktion. Dass Training Knorpel wieder aufbaut oder eine Hüftarthrose stoppt, zeigen sie nicht. Das ist auch nicht das Ziel.

Training zielt darauf, dass deine Hüfte und dein Körper mehr Belastung vertragen. Dazu gehören Kraft in Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur, Beweglichkeit im schmerzarmen Bereich, Ausdauer und das Vertrauen, dich wieder mehr zu bewegen. Das kann den Alltag leichter machen, auch wenn sich das Röntgenbild nicht verändert.

Welche Übungen konkret passen, hängt von deinem Ausgangspunkt ab. Wie du Training bei Hüftschmerzen aufbaust und dosierst, erklärt die Serie Training mit Hüftschmerzen. Warum Bewegung meist sinnvoller ist als Schonung, liest du im Artikel Bewegung und Schonung bei Hüftschmerzen.

Gewicht: sinnvoll, aber kein Muss für jede Hüftarthrose

NICE (2022) empfiehlt Menschen mit Arthrose und Übergewicht, Gewicht zu reduzieren. Das kann Schmerz und Funktion verbessern, und 10 % Gewichtsabnahme bringen wahrscheinlich mehr als 5 %. Bei der OARSI-Leitlinie gehört Gewichtsmanagement bei der Hüftarthrose dagegen nicht zu den Kernbausteinen, anders als bei der Kniearthrose (Bannuru et al., 2019).

Für dich heißt das: Wenn du Übergewicht hast und abnehmen möchtest, kann das ein sinnvoller Baustein sein. Es ist aber keine Voraussetzung dafür, mit Training zu beginnen. Mehr dazu findest du im Artikel Ernährung und Hüftschmerzen.

Schmerzmittel und Spritzen einordnen

Medikamente können Training und Alltag unterstützen, sie ersetzen beides aber nicht. NICE (2022) ordnet sie so ein:

  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) zum Einnehmen: können erwogen werden, in der niedrigsten wirksamen Dosis, so kurz wie möglich und mit Magenschutz.
  • Paracetamol und schwache Opioide: nicht routinemäßig, nur gelegentlich und kurzfristig.
  • Starke Opioide und Glucosamin: werden nicht empfohlen.
  • Kortisonspritze ins Gelenk: kann erwogen werden, wenn anderes nicht ausreicht. Sie lindert meist nur für etwa 2 bis 10 Wochen.
  • Hyaluronsäure-Spritzen: werden nicht empfohlen.

Ob und welches Medikament für dich passt, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Das gilt besonders, wenn du andere Medikamente nimmst oder Vorerkrankungen hast. Passive Maßnahmen wie Massage oder manuelle Therapie sieht NICE (2022) nur als Ergänzung zum Training, nicht als alleinige Behandlung.

Operation: Wann eine Hüftprothese infrage kommt

Eine Hüftarthrose-Diagnose bedeutet nicht automatisch eine spätere Operation. Burn, Murray, Hawker, Pinedo-Villanueva und Prieto-Alhambra (2019) haben die Daten von über 15.000 Menschen mit Hüftarthrose aus Hausarztpraxen in Katalonien ausgewertet. Im Mittel erhielt im Lauf des Lebens weniger als jede sechste Person ein künstliches Hüftgelenk. Je älter die Menschen bei der Diagnose waren, desto geringer war dieses Risiko.

Bei einer schweren Hüftarthrose kann eine Prothese aber eine sehr gute Option sein. In einer dänischen Studie erhielten 109 Menschen ab 50 Jahren, die bereits für eine Operation infrage kamen, entweder eine Hüftprothese oder ein betreutes Krafttraining (Frydendal et al., 2024). Nach sechs Monaten hatte sich die Operationsgruppe deutlich stärker verbessert: um 15,9 Punkte im Oxford Hip Score gegenüber 4,5 Punkten in der Trainingsgruppe. Etwa jede fünfte Person aus der Trainingsgruppe war nach sechs Monaten bereits operiert.

NICE (2022) empfiehlt, eine Überweisung zum Gelenkersatz zu erwägen, wenn die Beschwerden die Lebensqualität deutlich einschränken und die konservative Behandlung nicht ausreicht. Alter oder Gewicht allein sollen dabei kein Ausschlussgrund sein. Training und Operation sind also keine Gegensätze. Training ist die erste Behandlung, und eine Operation bleibt eine Option, wenn sie nicht ausreicht. Mehr dazu im Artikel zur Hüft-TEP.

Belastung steuern bei Hüftarthrose: Schmerzampel und 24-Stunden-Regel

Belastungssteuerung ist bei einer Hüftarthrose die zentrale Stellschraube. Es geht nicht darum, jeden Schmerz zu vermeiden. Ziel ist eine Dosis, die deine Hüfte fordert, ohne sie zu überreizen. Zwei einfache Werkzeuge geben dir dabei Orientierung.

Die Schmerzampel

  • Grün (0 bis 3 von 10): Die Belastung passt. Du kannst weitermachen und langsam steigern.
  • Gelb (4 bis 5 von 10): noch vertretbar. Halte die Dosis und prüfe, wie es dir am nächsten Tag geht.
  • Rot (über 5 von 10 oder deutlich stärker am nächsten Tag): Das war zu viel. Reduziere beim nächsten Mal Umfang, Tempo oder Bewegungsausmaß.

Die 24-Stunden-Regel

Der wichtigste Test kommt am nächsten Morgen: Wie geht es deiner Hüfte 24 Stunden nach der Belastung? Ist sie auf dem Niveau von vorher oder besser, war die Dosis in Ordnung. Ist sie deutlich schlechter, passt du die nächste Einheit an.

Beide Werkzeuge sind eine Orientierung, keine starren Grenzen. Auch Schlaf, Stress und deine Sorgen um die Hüfte beeinflussen, wie stark du Schmerz wahrnimmst. Ein schlechter Tag heißt deshalb nicht, dass sich im Gelenk etwas verschlechtert hat.

Stellschrauben im Alltag

  • Gehen: lieber zwei kürzere Runden als eine lange. Tempo, Untergrund und Steigung sind weitere Stellschrauben.
  • Sitzen: öfter aufstehen, statt lange am Stück zu sitzen. Ein etwas höherer Sitz erleichtert das Aufstehen.
  • Treppen: Handlauf nutzen und bei Bedarf Stufe für Stufe gehen.
  • Aktivitäten, die dir wichtig sind: nicht streichen, sondern dosieren, zum Beispiel kürzere Wanderungen oder Radfahren mit weniger Widerstand.

5 typische Denkfehler bei Hüftarthrose

  • „Arthrose ist Verschleiß, also muss ich mein Gelenk schonen.“ Arthrose ist ein Umbauprozess im ganzen Gelenk. Dosierte Bewegung ist die erste empfohlene Behandlung (Bannuru et al., 2019; NICE, 2022).
  • „Mein Röntgenbild erklärt meinen Schmerz.“ Befund und Schmerz hängen nur lose zusammen (Kim et al., 2015).
  • „Mit Training baue ich meinen Knorpel wieder auf.“ Dafür gibt es keine Belege. Training zielt auf Belastbarkeit, Kraft und Funktion.
  • „Training hilft sowieso jedem.“ Im Mittel ist der Effekt auf den Schmerz eher klein (Hall et al., 2026). Dosierung, Geduld und realistische Ziele entscheiden mit.
  • „Mit Hüftarthrose lande ich sowieso bei der Prothese.“ Im Mittel erhält weniger als jede sechste Person nach der Diagnose ein künstliches Hüftgelenk (Burn et al., 2019).

Nächster Schritt

Eine Hüftarthrose ist häufig, und sie verläuft sehr unterschiedlich. Die Studienlage spricht für Aufklärung, kluge Belastungssteuerung und schrittweise aufgebautes Training als ersten Schritt, auch wenn der Effekt im Mittel eher klein ist und nicht alle gleich gut darauf ansprechen.

Der kostenlose Symptom-Check hilft dir, deine Beschwerden einzuordnen. Wenn du deine Situation lieber persönlich besprechen möchtest, kannst du eine Beratung zu Hüftschmerzen buchen. Als Sporttherapeut unterstütze ich Klient:innen dabei, Belastung und Training bei Hüftarthrose sinnvoll zu planen.

FAQ: Häufige Fragen zur Hüftarthrose

Ist Hüftarthrose heilbar?

Die Veränderungen im Gelenk lassen sich nach heutigem Wissen nicht rückgängig machen. Viele Menschen kommen aber mit Aufklärung, Training und guter Belastungssteuerung im Alltag zurecht. Bei schwerer Hüftarthrose kann eine Hüftprothese eine gute Option sein (Frydendal et al., 2024).

Darf ich mit Hüftarthrose Sport machen?

In der Regel ja. Leitlinien empfehlen Kraft- und Ausdauertraining als erste Behandlung (Bannuru et al., 2019; NICE, 2022). Orientiere dich an der Schmerzampel und daran, wie es deiner Hüfte am nächsten Tag geht.

Brauche ich bei Hüftarthrose ein Röntgenbild oder MRT?

Nicht in jedem Fall. NICE (2022) empfiehlt, Arthrose über Gespräch und Untersuchung festzustellen und Bildgebung nur bei untypischen Beschwerden einzusetzen. Ein Röntgenbefund sagt zudem wenig darüber, wie stark die Hüfte schmerzt (Kim et al., 2015).

Wie gut hilft Training bei Hüftarthrose?

Im Mittel sinkt der Schmerz im Vergleich zu keiner Behandlung um etwa 7 bis 8 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100 (Hall et al., 2026). Das ist eher wenig, einzelne Menschen profitieren aber deutlich mehr. Training verbessert vor allem Kraft, Belastbarkeit und Funktion.

Muss ich mit Hüftarthrose irgendwann operiert werden?

Nicht zwangsläufig. In einer großen Kohortenstudie erhielt im Mittel weniger als jede sechste Person nach der Diagnose im Lauf des Lebens ein künstliches Hüftgelenk (Burn et al., 2019). Ob und wann eine Operation sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie stark die Beschwerden deinen Alltag einschränken.

Literaturverzeichnis

Bannuru, R. R., Osani, M. C., Vaysbrot, E. E., Arden, N. K., Bennell, K., Bierma-Zeinstra, S. M. A. et al. (2019). OARSI guidelines for the non-surgical management of knee, hip, and polyarticular osteoarthritis. Osteoarthritis and Cartilage, 27 (11), 1578–1589.

Burn, E., Murray, D. W., Hawker, G. A., Pinedo-Villanueva, R. & Prieto-Alhambra, D. (2019). Lifetime risk of knee and hip replacement following a GP diagnosis of osteoarthritis: a real-world cohort study. Osteoarthritis and Cartilage, 27 (11), 1627–1635.

Frydendal, T., Christensen, R., Mechlenburg, I., Mikkelsen, L. R., Varnum, C., Graversen, A. E. et al. (2024). Total hip replacement or resistance training for severe hip osteoarthritis. New England Journal of Medicine, 391 (17), 1610–1620.

Hall, M., Lawford, B. J., Hinman, R. S., Dobson, F., Spiers, L., Kimp, A. et al. (2026). Exercise for osteoarthritis of the hip. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2026 (7), Artikel CD007912.

Jiang, L., Rong, J., Wang, Y., Hu, F., Bao, C., Li, X. et al. (2011). The relationship between body mass index and hip osteoarthritis: a systematic review and meta-analysis. Joint Bone Spine, 78 (2), 150–155.

Kim, C., Nevitt, M. C., Niu, J., Clancy, M. M., Lane, N. E., Link, T. M. et al. (2015). Association of hip pain with radiographic evidence of hip osteoarthritis: diagnostic test study. BMJ, 351, Artikel h5983.

National Institute for Health and Care Excellence. (2022). Osteoarthritis in over 16s: diagnosis and management (NICE guideline NG226). Zugriff am 30.09.2026. Verfügbar unter https://www.nice.org.uk/guidance/ng226

Vina, E. R. & Kwoh, C. K. (2018). Epidemiology of osteoarthritis: literature update. Current Opinion in Rheumatology, 30 (2), 160–167.

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