Du hast die Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte bekommen oder vermutest sie selbst? Dann geht es dir wie vielen mit Schmerzen außen an der Hüfte. Oft kommen Ruhe, Kühlen oder eine Spritze zur Sprache, und manchmal wird es trotzdem nicht richtig besser.
Hier ordne ich den Begriff ein: Bei vielen Betroffenen sind eher die Sehnen der Gesäßmuskeln beteiligt, der Schleimbeutel ist oft unauffällig. Das verändert, was sinnvoll ist. Du erfährst, wie du Symptome einordnest, was du tun kannst, wie du mit zwei Übungen startest und wie lange es dauern kann.
Das Wichtigste in 5 Punkten
- Bei der Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte stimmt der Schmerzort, die Erklärung hat sich weiterentwickelt: Oft sind die Gesäßsehnen beteiligt.
- In einer Ultraschallstudie zeigten rund 80 % von 877 Menschen mit Schmerz am Rollhügel keine Bursitis (Long, Surrey & Nazarian, 2013).
- Die Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte bedeutet nicht automatisch Schonung: Dosierte Belastung steht meist im Mittelpunkt.
- Weniger Druck auf die Sehne im Alltag kann helfen, etwa beim Überschlagen der Beine.
- Rötung, Überwärmung, Schwellung oder Fieber gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.

Schleimbeutelentzündung Hüfte: Was ist damit gemeint?
Ein Schleimbeutel (Bursa) ist ein kleines, flüssigkeitsgefülltes Gleitkissen. Eines liegt über dem großen Rollhügel (Trochanter major), dem Knochenpunkt, den du seitlich an der Hüfte ertasten kannst. Es hilft Sehnen und Bindegewebe, dort über den Knochen zu gleiten.
Der Begriff „Schleimbeutelentzündung Hüfte“ ist historisch gewachsen und steht in vielen Arztbriefen. Er beschreibt den Schmerzort zutreffend. Wie es zu dem Schmerz kommt, sehen wir heute etwas anders.
Bursitis trochanterica, GTPS, Glutealtendinopathie: drei Begriffe, ein Schmerzort
Alle drei beschreiben denselben Bereich, nur unterschiedlich genau:
- Bursitis trochanterica ist der ältere Name und meint die Entzündung des Schleimbeutels am Rollhügel.
- Greater Trochanteric Pain Syndrome (GTPS) ist der Oberbegriff für Schmerz außen an der Hüfte, ohne die Ursache festzulegen.
- Glutealtendinopathie bedeutet, dass die Sehnen der kleinen und mittleren Gesäßmuskeln empfindlich auf Belastung reagieren. Sie ist die häufigste Beteiligung bei GTPS.
Begegnet dir „Bursitis trochanterica“ im Arztbrief, ist das oft ein anderes Wort für denselben Schmerzort.
Schleimbeutelentzündung Hüfte: Was meist dahintersteckt
Wie oft ist der Schleimbeutel tatsächlich auffällig? Long et al. (2013) werteten dazu Ultraschallaufnahmen von 877 Menschen mit Schmerz am Rollhügel aus (Durchschnittsalter 54 Jahre).
Das Ergebnis: Bei 700 Personen (79,8 %) zeigte sich keine Bursitis, bei 177 (20,2 %) schon. Eine Veränderung der Gesäßsehnen sah man bei rund der Hälfte (49,9 %). Nach Einschätzung der Autoren steckt meist eine Kombination aus Veränderungen an den Sehnen und am seitlichen Oberschenkelband dahinter, eine Bursitis betrifft nur eine Minderheit.
Der Schleimbeutel kann beteiligt sein, steht aber bei vielen nicht im Vordergrund. Grimaldi, Ganderton und Nasser (2025) beschreiben in einem Überblick, dass er nur bei etwa 20 bis 30 % auffällig erweitert ist, meist zusammen mit einem Sehnenbefund. Eine Veränderung allein am Schleimbeutel wird nur für etwa 2 bis 8 % beschrieben.
Warum sich der Forschungsstand verschoben hat
Der Begriff stammt aus einer Zeit, in der man bei Schmerz außen an der Hüfte vor allem an den Schleimbeutel dachte. Ultraschall und MRT haben das Bild erweitert. Gewebeproben von Schleimbeuteln zeigten überwiegend keine Zeichen einer akuten oder lang bestehenden Entzündung, und typische äußere Zeichen wie Rötung, Wärme oder Schwellung sind bei diesem Schmerz selten (Grimaldi, Ganderton et al., 2025).
Das ist keine Kritik an der Diagnose: Sie benennt den Schmerzort richtig. Nur die Erklärung dahinter hat sich weiterentwickelt.
Warum das für dich praktisch wichtig ist
Das Etikett Schleimbeutelentzündung Hüfte lenkt, was man tut. „Entzündet“ klingt nach „Ruhe, bis es abklingt“. Zu Sehnen passt das schlechter, denn sie brauchen in der Regel dosierte Belastung, um belastbarer zu werden.
Dazu kommt Druck: Sehnen reagieren auf direkten Druck und auf Adduktion, also wenn das Bein über die Körpermitte wandert (Grimaldi, Ganderton et al., 2025). Das passiert im Liegen auf der Seite oder mit überschlagenen Beinen. Wie Zug und Druck auf die Gesäßsehnen wirken, erkläre ich im Artikel zur Glutealtendinopathie.
Schleimbeutelentzündung Hüfte: Symptome richtig einordnen
Wer die Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte bekommt, kennt oft ähnliche Muster. Sie sind Hinweise, kein Beweis:
- Schmerz außen am Rollhügel, manchmal bis zum Oberschenkel ausstrahlend
- Druckschmerz, wenn du auf den seitlichen Knochen drückst
- Beschwerden beim Liegen auf der betroffenen Seite, oft auch nachts
- Schmerz beim Aufstehen nach längerem Sitzen und bei den ersten Schritten
- Beschwerden beim Treppensteigen, im Einbeinstand oder beim Überschlagen der Beine
In meinem Symptom-Check gaben rund 60 % an, dass das Liegen auf der betroffenen Seite die Beschwerden verschlimmert (3.502 Einsendungen). Das ist eine eigene, nicht repräsentative Auswertung und kein Studienbeleg.

Schleimbeutelentzündung Hüfte: was dafür spricht und was eher nicht
Ein Text ersetzt keine Untersuchung, kann aber beim Sortieren helfen:
- Spricht eher für die Sehnen und den Rollhügel-Bereich: Schmerz seitlich, Druckschmerz am Knochen, Beschwerden im Liegen auf der Seite und beim Überschlagen der Beine.
- Spricht eher für das Hüftgelenk: Schmerz in der Leiste, Steifigkeit, Mühe beim Socken- oder Schuhe-Anziehen, spürbar eingeschränkte Beweglichkeit. Mehr dazu in den Symptomen einer Hüftarthrose.
- Spricht eher für den Rücken: Kribbeln, Ausstrahlung unter das Knie, kein Druckschmerz am seitlichen Knochen.
Mehreres kann gleichzeitig bestehen, deshalb sollte auch die Lendenwirbelsäule mit untersucht werden (Grimaldi, Ganderton et al., 2025). Weitere Abgrenzungen stehen im GTPS-Artikel.
Selten, aber wichtig: wann es eine akute Bursitis sein kann
Hinter der Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte steckt nur selten eine echte, akute Bursitis am Rollhügel. Hinweise darauf sind eine deutlich gerötete, überwärmte oder sichtbar geschwollene Hüfte, Fieber oder Krankheitsgefühl, besonders nach einer Verletzung oder einem Eingriff. Dann ist ein Mitwirken von Bakterien möglich.
Dann warte nicht ab und lass es zeitnah ärztlich abklären. Das ist die Ausnahme, gehört aber zur ehrlichen Einordnung.
Schleimbeutelentzündung Hüfte: Was tun?
Bei der Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte ist Belastungssteuerung der zentrale Hebel. Kurz reduzieren kann in einer gereizten Phase sinnvoll sein, als Dauerlösung ist komplette Schonung aber selten die beste Wahl. Nachlesen kannst du es hier: warum Bewegung meist besser ist als Schonung.
Belastung steuern mit Schmerzampel und 24-Stunden-Regel
Die Schmerzampel ordnet Belastung im Alltag und Training ein. Sie stammt aus der Forschung zur Achillessehne (Silbernagel, Thomeé, Eriksson & Karlsson, 2007) und ist hier eine Übertragung, keine Hüftstudie. Nimm sie als Orientierung:
- Grün (Schmerz 0 bis 3): in Ordnung, Dosis halten oder vorsichtig steigern.
- Gelb (4 bis 5): Grenzbereich, Dosis halten, nicht weiter steigern.
- Rot (über 5) oder am nächsten Tag deutlich schlechter: Dosis senken oder die Übung ersetzen.
Dazu gehört die 24-Stunden-Regel: Beobachte, wie sich die Hüfte in der Nacht und am nächsten Morgen anfühlt. Als Faustregel gilt, höchstens etwa 10 % pro Woche zu steigern (Grimaldi, Ganderton et al., 2025). Die Schmerzampel ausführlich erklärt findest du in meinem Artikel zum Training mit Hüftschmerzen.

Druck auf die Sehne im Alltag reduzieren
Entscheidend sind Dauer und Häufigkeit, nichts musst du komplett verbieten. Diese Punkte helfen vielen:
- Beine nicht dauerhaft überschlagen.
- Beim Stehen nicht in eine Hüfte „hineinhängen“, sondern das Gewicht verteilen.
- Beim Seitenschlafen ein Kissen zwischen die Knie legen.
Ausführlich geht es im Artikel besser schlafen, wenn die Hüfte nachts schmerzt um dieses Thema. Auch der internationale Konsens zu GTPS enthält Empfehlungen zum Schlafen (Disantis et al., 2023).
Kortisonspritze, Stoßwelle, Kühlen: fair eingeordnet
Bei der Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte wird oft eine Kortisonspritze erwogen. Sie kann kurzfristig die Schmerzen deutlich lindern. Langfristig war sie im Gesamterfolg nicht besser als Abwarten (Grimaldi, Ganderton et al., 2025). Zur Stoßwelle ist die Studienlage dünner. Was die Studien zu Spritze, Stoßwelle und Operation zeigen, steht im GTPS-Artikel.
Kühlen oder Wärme können kurzfristig angenehm sein. Das ist plausibel, aber kaum untersucht. Ob eine Spritze oder Medikamente für dich in Frage kommen, besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Schleimbeutelentzündung Hüfte: Übungen, so startest du
Vier Prinzipien sind wichtiger als jede einzelne Übung:
- Halten einbauen: In Übung 1 hältst du oben 5 Sekunden; ist die Hüfte gerade gereizt, starte mit der leichteren Variante (Bein nur wenige Zentimeter anheben und halten). Haltende Übungen sind oft gut verträglich und lindern bei manchen sogar den Schmerz (Grimaldi, Ganderton et al., 2025).
- Pro Woche höchstens eine Stellschraube steigern, zum Beispiel Wiederholungen, dann Haltezeit, dann Widerstand.
- Die Muschel (Clam) ist nicht die beste Wahl. Dabei bewegt sich die Hüfte in Adduktion und Innenrotation, das erzeugt Druck und Reibung am Rollhügel bei geringer Muskelaktivierung (Grimaldi, Ganderton et al., 2025). Dehnungen über die Körpermitte meidest du anfangs ebenfalls.
- Aufklärung plus Training hat sich in der LEAP-Studie bewährt: Mellor et al. (2018) verglichen bei 204 Menschen zwischen 35 und 70 Jahren mit seit über drei Monaten bestehender Glutealtendinopathie Aufklärung plus Training, eine Kortisonspritze und Abwarten. Aufklärung plus Training schnitt im Gesamterfolg am besten ab, auch wenn nicht alle gleich stark profitierten.
Schleimbeutelentzündung Hüfte: Zwei Einstiegsübungen zum Start
Die zwei Übungen stammen aus den ersten beiden Phasen meines GTPS-Konzepts, das über 12 Wochen aufgebaut ist. Alle Angaben sind Beispiele zur Orientierung, kein Versprechen und kein persönlicher Plan.
Übung 1: Seitenlage-Abduktion (Phase 1, Woche 1 bis 3)
Lege dich seitlich auf eine weiche Unterlage, Beine gestreckt, Füße übereinander. Hebe das obere Bein langsam an, höchstens etwa 45°, ohne dass das Becken nach hinten kippt oder du dich „aufdrehst“. Halte oben 5 Sekunden und senke kontrolliert ab, ohne Schwung.
- Die Bewegung kommt aus der Hüfte, nicht aus dem Rücken. Qualität geht vor Höhe. Brauchst du Schwung, ist die Belastung aktuell zu hoch.
- Beispieldosis: 3 Sätze mit je 12 Wiederholungen, oben 5 Sekunden halten, 60 Sekunden Pause, 3 bis 4 Mal pro Woche mit mindestens 48 Stunden Pause.
Liegen die Füße übereinander, ist das obere Bein leicht nach innen geführt und die Sehnen bekommen mehr Druck. Reagiert deine Hüfte darauf, lege ein Kissen zwischen Knie und Füße, sodass das obere Bein waagerecht liegt. Bei vielen ist das nicht nötig. Ist das Liegen auf der unteren Seite unangenehm, hilft ein flaches Kissen unter der Hüfte. Leichter: das Bein nur wenige Zentimeter anheben und halten.
Steigt der Schmerz, passe zuerst die Dosis an, nicht die Übung: weniger Wiederholungen, kleinerer Bewegungsumfang, kürzere Haltezeit. Steigern kannst du, wenn die 24-Stunden-Regel passt: erst Wiederholungen, dann Haltezeit, danach ein Band.
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Mehr InformationenÜbung 2: Seitlicher Step mit Miniband (Phase 2, Woche 4 bis 6)
Stelle dich hüftbreit hin, das Miniband oberhalb der Knie. Beuge die Knie leicht, halte den Oberkörper aufrecht und aktiviere die seitliche Hüftmuskulatur, sodass das Band schon im Stand gespannt ist. Mache einen kontrollierten Schritt zur Seite, das Becken sinkt nicht ab. Das nachziehende Bein führst du langsam heran, ohne die Bandspannung zu verlieren.
- Die Knie drücken leicht nach außen gegen das Band, nicht nach innen fallen lassen.
- Die Füße nicht überkreuzen, die Schritte klein halten.
- Beispieldosis: 3 Sätze mit je 10 Schritten pro Richtung, 60 Sekunden Pause, 3 bis 4 Mal pro Woche mit mindestens 48 Stunden Pause.
Wird der Schmerz stärker, reduziere die Schrittzahl, verkleinere die Schritte, verringere die Bandspannung oder setze das Band höher an. Zum Steigern erhöhst du erst die Schrittzahl, setzt das Band tiefer Richtung Unterschenkel und nimmst zuletzt ein stärkeres Band. Leichter geht es ohne Band, mit Festhalten an Küchenzeile oder Wand.
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Mehr InformationenZu Übung 2 wechselst du, wenn Übung 1 sauber klappt, der typische Schmerz tolerierbar bleibt und sich Alltag und Schlaf nicht verschlechtern. Ein aufbauendes Programm findest du in den 5 aufbauenden Übungen bei Glutealtendinopathie, die vollständigen vier Phasen im GTPS-Konzept.
Wann du steigern kannst und wann nicht
Steigern kannst du frühestens nach zwei grünen Einheiten und höchstens einmal pro Woche, jeweils eine Stellschraube. Im gelben Bereich hältst du die Dosis, im roten reduzierst du oder ersetzt die Übung. Bei anhaltend roten Reaktionen sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Physiotherapeutin.
Schleimbeutelentzündung Hüfte: Wie lange dauert sie?
Eine verlässliche Zeitangabe gibt es nicht. Bei der Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte sprechen wir oft von Wochen bis Monaten, mit großer Spannweite. Sie hängt davon ab, wie lange die Beschwerden bestehen, wie stark die Belastung schwankt und was im Alltag Druck auf die Sehnen erzeugt.
„Wochen bis Monate“ ist ein Erfahrungswert, keine Studienzahl. Als Orientierung dient die LEAP-Studie: Dort berichteten in der Gruppe mit Aufklärung und Training knapp 80 % nach acht Wochen eine deutliche Gesamtverbesserung, nach 52 Wochen ähnlich viele (Grimaldi, Nasser, Mellor & Vicenzino, 2025). Umgekehrt heißt das: Etwa jede fünfte Person verbesserte sich nicht deutlich. Die Teilnehmenden hatten ihre Beschwerden zuvor schon länger als drei Monate. Das ist eine Spannweite und kein Zeitversprechen.
Verschleppte Schleimbeutelentzündung Hüfte: Was ein langer Verlauf bedeutet
Viele fragen, ob eine verschleppte Schleimbeutelentzündung Hüfte bedeutet, dass nun alles festgefahren ist. Nein. Ein langer Verlauf ist ein häufiges Muster mit erklärbaren Gründen.
- Die Belastung pendelt zwischen Schonung und Überlastung.
- Druckpositionen im Alltag bleiben unbemerkt bestehen.
- Schlaf, Stress oder Begleitbeschwerden an Rücken oder Knie spielen mit hinein.
Auch nach langer Dauer kann eine schrittweise Belastungssteigerung sinnvoll sein. Bildbefunde sagen weniger aus, als man denkt: In der LEAP-Zweitauswertung hing der Schweregrad der MRT-Veränderungen nicht mit Schmerz oder Funktion zusammen (Grimaldi, Nasser et al., 2025). Viele Sehnenrisse werden zunächst konservativ behandelt (Grimaldi, Ganderton et al., 2025). Verschlechtert sich trotz angepasster Belastung etwas, lass es ärztlich abklären.
Typische Denkfehler bei der Diagnose Schleimbeutelentzündung
Es geht nicht um die Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte, sondern um Schlussfolgerungen, die daraus oft gezogen werden:
- „Entzündet heißt: Ruhe, bis es weg ist.“ Kurz reduzieren kann sinnvoll sein. Sehnen brauchen danach aber meist dosierte Belastung.
- „Der Ultraschall zeigt nichts am Schleimbeutel, also bilde ich mir den Schmerz ein.“ Dein Schmerz ist real. Er geht dann eher von den Sehnen und ihrer aktuellen Belastbarkeit aus.
- „Die Spritze hat nur kurz geholfen, also hilft nichts.“ Ein kurzer Effekt ist bei Kortison typisch. Dosiertes Training hat einen anderen Ansatz und braucht mehr Zeit.
- „Wenn es nach Monaten nicht weg ist, muss operiert werden.“ Eine Operation ist selten nötig, zunächst steht meist die konservative Belastungssteuerung im Vordergrund (Grimaldi, Ganderton et al., 2025).
Warnzeichen: Wann du ärztlich abklären lassen solltest
Lass Beschwerden zeitnah ärztlich abklären, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Sturz oder Unfall vor Beginn der Schmerzen
- Fieber oder Krankheitsgefühl
- Hüfte deutlich gerötet, überwärmt oder geschwollen
- starker Nachtschmerz, unabhängig von der Liegeposition
- ungewollter Gewichtsverlust oder eine bekannte Tumorerkrankung
- Taubheit im Gesäß- oder Genitalbereich
- Probleme mit Blase oder Darm
- zunehmende Kraftlosigkeit im Bein
Nächster Schritt
Ich fasse es kurz zusammen: Der Begriff Schleimbeutelentzündung Hüfte beschreibt deinen Schmerzort, steht aber bei vielen für eine Sehnenbeteiligung. Belastung steuern und dosiert steigern ist meist sinnvoller als komplette Schonung. Und Warnzeichen nimmst du ernst.
Wenn du die Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte hast und wissen möchtest, was bei dir wahrscheinlich im Vordergrund steht, mache den kostenlosen Hüft-Symptom-Check. Wenn du einen strukturierten Aufbau möchtest, schau dir das GTPS-Konzept an. Für Fragen zu deiner Situation gibt es die Online-Beratung.
Wenn du in Düsseldorf oder Umgebung wohnst und ein Gespräch bei dir zu Hause hilfreich wäre, findest du hier mehr zum Hausbesuch in Düsseldorf.
Schleimbeutelentzündung Hüfte: häufige Fragen (FAQ)
Schleimbeutelentzündung Hüfte: Wie lange dauert sie?
Bei der Diagnose Schleimbeutelentzündung Hüfte dauert es oft Wochen bis Monate, mit großer Spannweite. In der LEAP-Studie berichteten in der Gruppe mit Aufklärung und Training knapp 80 % nach acht und nach 52 Wochen eine deutliche Verbesserung (Grimaldi, Nasser et al., 2025). Das ist eine Orientierung und kein Zeitversprechen.
Was kann ich bei einer Schleimbeutelentzündung an der Hüfte selbst tun?
Steuere deine Belastung mit der Schmerzampel und der 24-Stunden-Regel und reduziere Druck auf die Sehne, etwa durch weniger Überschlagen der Beine. Dosiertes Training kann ein Baustein sein. Bei Warnzeichen lässt du es ärztlich abklären.
Ist Bursitis trochanterica dasselbe wie GTPS?
Nicht ganz. Bursitis trochanterica meint die Entzündung des Schleimbeutels am Rollhügel. GTPS ist der Oberbegriff für Schmerz außen an der Hüfte, bei dem häufig die Gesäßsehnen beteiligt sind (Long et al., 2013).
Hilft eine Kortisonspritze bei einer Schleimbeutelentzündung an der Hüfte?
Eine Kortisonspritze kann den Schmerz kurzfristig deutlich lindern. Langfristig war sie im Gesamterfolg nicht besser als Abwarten, während Aufklärung plus Training in LEAP besser abschnitt (Grimaldi, Ganderton et al., 2025). Ob eine Spritze für dich passt, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Darf ich mit einer Schleimbeutelentzündung an der Hüfte spazieren gehen und trainieren?
Meist ja, in einer dosierten Form. Bleibt der Schmerz im grünen oder gelben Bereich und ist die Hüfte am nächsten Tag nicht deutlich schlechter, passt die Belastung in der Regel. Ist das nicht so, reduzierst du die Dosis.
Was bedeutet eine verschleppte Schleimbeutelentzündung Hüfte?
Gemeint ist meist ein langer Verlauf. Das heißt nicht, dass nichts mehr geht, oft pendelt die Belastung zwischen Schonung und Überlastung. Eine strukturierte, schrittweise Steigerung kann auch nach langer Dauer sinnvoll sein.
Literaturverzeichnis
Disantis, A., Andrade, A. J., Baillou, A., Bonin, N., Byrd, T., Campbell, A. et al. (2023). The 2022 International Society for Hip Preservation (ISHA) physiotherapy agreement on assessment and treatment of greater trochanteric pain syndrome (GTPS): an international consensus statement. Journal of Hip Preservation Surgery, 10 (1), 48–56.
Grimaldi, A., Ganderton, C. & Nasser, A. (2025). Gluteal tendinopathy masterclass: Refuting the myths and engaging with the evidence. Musculoskeletal Science and Practice, 76, Artikel 103253.
Grimaldi, A., Nasser, A., Mellor, R. & Vicenzino, B. (2025). An examination of imaging findings in patients with clinically diagnosed gluteal tendinopathy: a secondary analysis of a randomised clinical trial. Archives of Orthopaedic and Trauma Surgery, 145, Artikel 347.
Long, S. S., Surrey, D. E. & Nazarian, L. N. (2013). Sonography of greater trochanteric pain syndrome and the rarity of primary bursitis. American Journal of Roentgenology, 201 (5), 1083–1086.
Mellor, R., Bennell, K., Grimaldi, A., Nicolson, P., Kasza, J., Hodges, P. et al. (2018). Education plus exercise versus corticosteroid injection use versus a wait and see approach on global outcome and pain from gluteal tendinopathy: prospective, single blinded, randomised clinical trial. BMJ, 361, k1662.
Silbernagel, K. G., Thomeé, R., Eriksson, B. I. & Karlsson, J. (2007). Continued sports activity, using a pain-monitoring model, during rehabilitation in patients with Achilles tendinopathy: a randomized controlled study. The American Journal of Sports Medicine, 35 (6), 897–906.